
Entwicklungspolitische Jahrestagung der AG Eine Welt Gruppen des Bistums Münster und der Ev. Kirche von Westfalen
Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden – Zivilgesellschaft in autoritären Zeiten
Bericht zur Jahrestagung Entwicklungspolitik vom 9.-11. Januar in der Akademie Franz Hitze Haus, Münster
von Maike Brenzel und Theresa Schepp
Wie kann zivilgesellschaftliches Engagement für Gerechtigkeit, Menschenrechte und Frieden unter autoritären Bedingungen wirksam bleiben? Die Jahrestagung Entwicklungspolitik 2026 bringt Engagierte aus der Eine Welt Arbeit der Kirchen, Weltläden, Partnerschaftsgruppen zusammen, um Handlungsspielräume auszuloten und globale Solidarität zu stärken.
Autoritäre Tendenzen nehmen weltweit zu – und sie betreffen auch die Arbeit der Eine-Welt-Initiativen im Bistum Münster und der Ev. Kirche von Westfalen. Politische Repressionen, die Schwächung demokratischer Institutionen sowie zunehmender Druck auf Nichtregierungsorganisationen und Aktivist*innen stellen das Engagement für Menschenrechte, Umwelt- und Klimaschutz vor neue Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund stand die Jahrestagung Entwicklungspolitik 2026 unter dem Titel „Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden – Zivilgesellschaft in autoritären Zeiten“.
Vom 9. bis 11. Januar 2026 kamen in der Akademie Franz-Hitze-Haus in Münster ca. 70 engagierte Menschen zusammen. In Vorträgen und Diskussionen und Arbeitsgruppen wurde gemeinsam analysiert, wie sich autoritäre Entwicklungen global und lokal auswirken – und mit welchen Strategien wir handlungsfähig zu bleiben. Spirituelle und theologische Impulse gaben den Teilnehmenden Bestärkung und Vergewisserung.
Impulse aus unterschiedlichen Ländern machten deutlich: Trotz wachsender Repressionen gibt es vielfältige Formen des Widerstands und der Solidarität. Beispiele aus Iran, Argentinien, Italien und weiteren Ländern zeigten, wie Menschen sich weiterhin für Demokratie, Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Gleichzeitig wurde diskutiert, welche Verantwortung Akteur:innen in Deutschland tragen und wie politische Bildungsarbeit, Fairer Handel und kreative Aktionsformen dazu beitragen können, demokratische Werte zu verteidigen.
Besonderen Raum nahm der Austausch untereinander ein: Die Teilnehmenden reflektierten eigene Erfahrungen, teilten erfolgreiche Ansätze und entwickelten Ideen für zukünftiges Engagement. Workshops zu Demokratie und Frieden, Frauenrechten, kreative Projekte zu nutzen um auf Ausbeutung, Ungerechtigkeit und einen Rechtsruck aufmerksam zu machen, sowie Spiritualität als Widerstandsform. Dabei begleitete uns ein Zitat von Alberto Moreira besonders durch die Tagung: „Spiritualität hat mit dem innerlichen Lodern – Kraft, Energie zu tun, und nicht mit den romantisiert ruhigen Lagen, himmlischen Idyllen, oder mit der Abwesenheit von jedem Konflikt und Anspannung“ (Alberto Moreira: Spiritualität in der Konfliktivität).
Die Jahrestagung machte deutlich: Gerade in autoritären Zeiten braucht es eine starke, vernetzte Zivilgesellschaft, die sich nicht entmutigen lässt. Globale Solidarität, klare Haltung und gemeinsames Handeln bleiben zentrale Voraussetzungen, um sich weiterhin wirksam für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.
Materialien zur Tagung
- Autoritäre Zeiten: Herausforderungen und Handlungsspielräume für Gerechtigkeit und Menschenrechte | Kathrin Schröder, Abteilungsleiterin Politik und globale Zukunftsfragen, misereor Aachen | Präsentation zum Download
- AG 1: Demokratie und Frieden verteidigen | Prof. Dr. Heinz-Günter Stobbe, Deutsche Kommission Justitia et Pax, Münster
Friedenswort der Deutschen Bischöfe
Friedensdenkschrift der EKD
Erklärung der Deutschen Bischöfe zur Unvereinbarkeit von Völkischem Nationalismus und Christentum - AG 4: Kaffee Haltung, Konsequenzen. Erfahrungen mit der „Röstung gegen Rechts” | Jette Ladiges, Geschäftsführerin der El Puente GmbH, Nordstemmen | Präsentation zum Download
- AG 5: Exkursionen zur Ausstellung „Bittere Früchte” | Infos zur Ausstellung
Die Glasarche: Ein Zeichen der Menschlichkeit mitten in Münster
Ausstellung Bittere Orangen – Moderne Sklaverei in Europa | Stadt Münster - Fliegen im Fallen - Musikalische Lesung auf Persisch und Deutsch, Texte von Mohaddaseh Hossin | Link zum Cactus Theater
- Impulse zur Weiterarbeit: Handlungsmöglichkeiten | Tobi Rosswog, Sieben Linden | Präsentation zum Download
